Im Lande der Mahdi

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Gewicht: 85g
Abmessungen: 14cm x 21cm
ISBN: 978-3-941365-05-6
Seitenanzahl: 34

Preis: 14,00 €

„Im Lande des Mahdi – Karl Mays Zusammenprall der Kulturen“ ist ein aus einem Vortrag destillierter, eloquenter Essay, der lustvoll schweifend (und zuweilen auch notgedrungen etwas ironisch) die christliche Mission nachzeichnet, die hinter jeder Begegnung von Mays erzählenden Alter Ego mit einer fremden Kultur steht. (Neue Zürcher Zeitung)

Karl May und der Orient

Es gibt wohl kaum etwas, das wir schwerer loslassen als die Helden unsrer Kindheit. Wie in Bernstein eingegossen, vom Harz einer längst vergangenen Zeit umfangen, bewahren wir uns stur den kindlichen Blick auf Winnetou und Old Shatterhand, Pippi Langstrumpf und Superman, weil deren klarer – und aus erwachsener Perspektive gerne fragwürdiger – Auftrag im Dienste des Guten für unsere moralische Entwicklung einst so wichtig war. Der Sturz der Idole sei jedoch notwendig, um sie sich wirklich zu erhalten, diagnostiziert Ludger Lütkehaus in seiner anregenden Untersuchung über Karl Mays Darstellung nichtwestlicher Lebensformen und Traditionen. „Im Lande des Mahdi – Karl Mays Zusammenprall der Kulturen“ ist ein aus einem Vortrag destillierter, eloquenter Essay, der lustvoll schweifend (und zuweilen auch notgedrungen etwas ironisch) die christliche Mission nachzeichnet, die hinter jeder Begegnung von Mays erzählenden Alter Ego mit einer fremden Kultur steht.

Im Blick hat der Philosoph und Literaturwissenschaftler dabei vor allem das Orient-Bild des kaum je reisenden deutschen Schriftstellers, das sämtliche Phantasien von Unkultiviertheit, geistiger Unterlegenheit und religiöser Verdorbenheit auf die arabischen Protagonisten projiziert und damit den „Orient“ als einen Ort des Anderen gemäss Edward Saids Theorie des „Orientalismus“ überhaupt erst konstruiert. (24. Dezember 2009, Neue Zürcher Zeitung)