Entriegelter Freiheitsdrang

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Gewicht: 205g
Abmessungen: 17cm x 26cm
ISBN: 978-3-941365-16-2
Seitenanzahl: 66

Preis: 24,00 €

Anna Freud schrieb in einem Brief aus dem Jahre 1980 über Lou Andreas-Salomé: „Es war etwas so Ungewöhnliches an ihr, auf das die anderen Menschen einfach nicht vorbereitet sind. Dabei ist das Ungewöhnliche nur, was eigentlich menschlich ganz gewöhnlich sein sollte; nämlich Ehrlichkeit, Direktheit, Fehlen jeder Schwäche und Selbstbehauptung ohne Selbstsucht.“ Dass sie ohne Selbstsucht gewesen wäre, ist gewiss übertrieben. Aber sie hat der Selbstsucht die legitimste, anziehendste Form gegeben. Sie war in der Tat der sich selbst behauptende Freiheitsdrang.

Lou Andreas-Salomé war nach der zerbrochenen Freundschaft mit Friedrich Nitzsche und Paul Rée, die Freundin von Rainer Maria Rilke, später die Schülerin von Sigmund Freud. Von einem starken Freiheitsdrang angetrieben bricht die Schriftstellerin schon früh mit Traditionen, erst mit der religiösen später verweigerte sie sich der überkommenen Weiblichkeitsrolle.

Dem 150. Geburtstag einer der interessantesten Frauengestalten des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts sind erfreulicherweise einige Neuerscheinungen gewidmet – ein besonders schönes Geburtstagsgeschenk überreicht Ludger Lütkehaus in der Bailisken-Presse mit einem attraktiv ausgestatteten Band: Großformatige Fotos von handelnden Personen und einige Illustrationen lockern den Lesefluss anschaulich auf und bewirken zusammen mit der großen Schrifttype einen ansprechenden Lesegenuss. […]

„Lou ist in der Vielfalt ihrer Aspekte vorab eines: eine veritable Person“. So beschließt der Autor sein Portrait. Dieser Feststellung schließt sich der Rezensent gerne an, der Band von Lütkehaus ist ausgezeichnet dazu geeignet, sich in zusammenfassender Weise davon überzeugen zu lassen. (Helmut Walther in Psychosozial 34 Heft III, 2011)