Wilhelm Weinberg (1862–1937)

Verfügbarkeit: Auf Lager
Gewicht: 670g
Abmessungen: 17cm x 24cm
ISBN: 978-3-941365-47-6
Seitenanzahl: 292

Preis: 24,90 €

Wilhelm Weinberg (1862–1937) war in Stuttgart als niedergelassener Arzt und Geburtshelfer tätig. Sein besonderes wissenschaftliches Interesse galt der Statistik und Wahrscheinlichkeitsmathematik, die er für die Lösung humangenetischer Probleme heranzog.
International bekannt wurde Weinberg durch das in der Populationsgenetik immer wieder verwendete, sogenannte Verteilungsgesetz, das er 1908 unabhängig und gleichzeitig mit dem englischen Mathematiker Sir Godfrey Harold Hardy (1877–1947) entdeckte und publizierte. Sein Name wurde dem Hardy-(Weinberg-)Gesetz jedoch erst 1943, sechs Jahre nach seinem Tod, hinzugefügt.
In der deutschsprachigen Literatur wurde er als „Halbjude“ diskriminiert und aus rassistischen Gründen nicht mehr zitiert.

In der vorliegenden Monographie werden die Stationen seines Lebens nachgezeichnet und seine hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen vorgestellt. Es wird gezeigt, dass Weinberg, der nach der Wiederentdeckung der Mendelschen Regeln im Jahr 1900 wichtige Beiträge für die Weiterentwicklung der Genetik geliefert hat, zu Unrecht vergessen wurde. Gründe dafür waren politische und rassistische Ausgrenzungen in der Zeit des Nationalsozialismus; sachliche Kritik an seinen Forschungen gab es nicht. Trägheit im Denken und Desinteresse an der Ideenentwicklung in der Biologie und in der Medizin können zur Stagnation der Forschung führen. In der wissenschaftlichen Diskussion dürfen politische oder weltanschauliche Doktrinen keinen Platz haben. Erst wenn grundlegende Ergebnisse vorliegen und eine Abschätzung des Risikos bei der praktischen Anwendung erfolgen, können weltanschaulich-ethische Überlegungen angestellt werden