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Beiträge zur Vogelfauna der Mark Brandenburg

Herman Schalow

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SCHALOW hat 1919 mit großem Fleiß und gediegener Gründlichkeit eine Fülle von Informationen zusammen getragen – nicht nur über die Vogelvorkommen in der Mark, sondern auch über die Geschichte ihrer Erforschung und ihrer Erforscher, über historische Quellen, über ornithologische Sammlungen, über regionale mundartliche Vogelnamen und über Sagen, die mit den Vögeln verbunden waren. Es ist ihm damit gelungen, all dies im letzten Moment vor dem Vergessenwerden zu bewahren.

Doch durch die extreme Seltenheit seines Buches ist dieses Wissen nur für wenige Fachleute gesichert, die es sich in den Bibliotheken neu erarbeiten können. Es ist heute nicht mehr im Bewusstsein der interessierten Fachöffentlichkeit verankert, die aus diesem Wissen nicht nur Nutzen, sondern auch Genuss gewinnen könnte. Dem soll mit diesem Nachdruck Abhilfe geschaffen werden.

Mit dem Nachdruck von Herman Schalows "Beiträge zur Vogelfauna der Mark Brandenburg" wird nicht nur an einen Meilenstein in der Darstellung einer regionalen Vogelfauna erinnert, sondern an einen leidenschaftlichen Ornithologen, dem es zwar nicht vergönnt war, seine naturwissenschaftlichen Interessen als Beruf zu ergreifen, der aber dennoch in ganz besonderer Weise die deutsche Ornithologie und die Deutsche Ornithologische Gesellschaft (D.O.G) geprägt hat. Schon 1873, gerade 21 Jahre alt, wurde er Protokollführer der Berliner Sitzungen, ab 1894 war er 2. Vorsitzender, von 1907-1921 1. Vorsitzender der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft (DO-G). Nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand wurde er 1921 Ehrenmitglied und 1924 Ehrenvorsitzender. 1922 vermachte er seine große und damals einzigartige ornithologische Bibliothek der D.O.G und schaffte so eine der Grundlagen für die heutige Bibliothek der DOG. Bei seinen vielen Verdiensten für die Deutsche Ornithologische Gesellschaft war es nur folgerichtig, dass die DOG diese Avifauna herausgegeben hat. Ich beglückwünsche die Arbeitsgemeinschaft Berlin-Brandenburgischer Ornithologen, dass sie sich zum Nachdruck der Schalowschen Avifauna entschieden hat. Vieles hat sich seit ihrem Ersterscheinen in unserer Landschaft verändert. Möge der Nachdruck anregen zu Vergleichen. (Professor Dr. Franz Bairlein, Präsident Deutsche Ornithologen-Gesellschaft, 2004

Rezension

In sehr schwieriger Zeit, nämlich 1919 veröffentlichte die Deutsche Ornithologische Gesellschaft in Berlin die (Untertitel) "Materialien zu einer Ornithologie der norddeutschen Tiefebene auf Grund eigener Beobachtungen und darauf gegründeter Studien" eines bedeutenden Ornithologen, die der derzeitige Präsident der Gesellschaft Prof. Bairlein einen "Meilenstein in der Darstellung einer regionalen Vogelfauna" bezeichnet. Wie richtig diese Wertung ist, zeigt schon ein stichprobenartiges Studium des Textes dieser historischen Avifauna. Heute sind Reprints historischer Quellen zu einem wichtigen Hilfsmittel geworden, will man Fragen nach dem Artenwandel in der Avifauna Mitteleuropas nachgehen und die rasanten Entwicklungen in einer als reine Nutzlandschaft geschundenen "Kultur"landschaft überhaupt verstehen.

Ein 85 Jahre altes Buch über die Avifauna ist heute daher keineswegs überholt. Eine ausführliche Bibliografie und sorgfältige Zusammenstellung konkreter Nachweise und Belege vor allem bei selteneren Arten machen das Werk nicht nur zu einer Fundgrube, sondern auch zu einem bewundernswerten Zeugnis geradezu vorausschauender kritischer Naturbeobachtung. Den faunistischen Hauptteil hat Schalow umrahmt mit einem "Versuch einer Geschichte der faunistischen Ornithologie in Brandenburg" und geschichtlichen Notizen, einer Darstellung märkischer Sammlungen und folkloristischen Mitteilungen (eine Sammlung einheimischer Vogelnamen und Hinweise auf Brauchtum und abergläubische Vorstellungen) sowie "biografischer Versuche" einiger Ornithologen vor allem des 19. Jahrhunderts (mit Porträts nach Fotos und Zeichnungen). Ein umfangreiches und vielseitiges Werk ist so entstanden, das sicher auch außerhalb Brandenburgs heute noch von großem Interesse ist. Die Rückschau in die Vergangenheit bringt viel.

Der Verlag hat sich um die Neuauflage als Reprint verdient gemacht, die Arbeitsgemeinschaft Berlin-Brandenburgischer Ornithologen (ABBO) zeichnet für die Herausgabe verantwortlich. (Der Falke 52, August 2005)

 

Tadelloser und aufwendiger Reprint (Fadenheftung, Leineneinband mit Schmuck-Rückengoldprägung im Schutzumschlag) der Originalausgabe von 1919 mit "Anmerkungen zur Neuauflage" von Wolfgang Mädlow von der AG Berlin- Brandenburgischer Ornithologen und einem Geleitwort von Prof. Dr. Franz Bairlein, dem Präsidenten der Deutschen Ornithologischen Gesellschaft. Das Lebenswerk von Herman Schalow ist wieder erhältlich. Es ist die Grundlage der modernen Vogelkunde in Brandenburg. Dem ist auch heute nichts hinzuzufügen, nur gilt es dem Verlag zu gratulieren, ein so gehaltvollen Reprint eines ornithologischen Klassikers, der durch seine extreme Seltenheit bislang nur wenigen zugänglich war, nun wieder einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht zu haben und somit den "Schalow" wieder in der interessierten Fachöffentlichkeit zu verankern. (LÖBF-Mitteilungen Nr. 1/2006)

 

Vorweg eine persönliche Erfahrung mit "dem Schalow", die zeigt, dass auch am Nachdruck einer 85 Jahre alten regionalen Avifauna Bedarf bestehen kann: Im Oktober 2004 sollte ich auf den Ostdeutschen Kulturtagen in Berlin einen Vortrag über die Vogelwelt der Neumark halten. Ich hatte alle mir zugängliche Literatur, ältere deutsche ebenso wie neuere polnische, ausgewertet. Mir fehlte nur noch die Vogelfauna der Mark Brandenburg von H. Schalow, von der es nur noch wenige Exemplare gibt (das 600 Seiten starke Werk war 1919 in einer Auflage von nur 200 Exemplaren gedruckt worden). Ich bekam, nach etlichen Telefonaten, schließlich Zugang zu einem Exemplar in der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam, musste aber, weil das Buch schon stark beschädigt war, auf Fotokopien verzichten und meine Exzerpte handschriftlich vor Ort machen. Das nahm Zeit in Anspruch, hatte aber den Vorzug, dass ich das Werk sehr gründlich kennenlernte. Ich lernte "den Schalow" dabei nicht nur kennen, sondern auch schätzen.

Herman Schalow, von 1907 bis 1921 Vorsitzender der D.O.G., hat mit seinem Buch die erste umfassende Übersicht über die Vogelwelt der Mark Brandenburg geschaffen. Das Werk erschien im Jahre 1919, kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. Angesichts der schwierigen Umstände, des materiellen Mangels damals in Deutschland, ist das Buch bemerkenswert gut ausgestattet, auch wenn der vorgesehene Fototeil über Horststände, Brutkolonien und Brutgebiete seltener Arten wohl jener Notzeit zum Opfer fiel. Das überaus gründliche, "moderne", nicht nur auf Avifaunistisches beschränkte Werk erhielt schon von damaligen Rezensenten (z.B. Reichenow, von Schuckmann) hohes Lob.

Der „Versuch einer Geschichte der faunistischen Ornithologie in Brandenburg" (26 Seiten) ist schon deshalb von besonderem Wert, weil in der neuen Avifauna der ABBO von 2001 die Historie gar nicht mehr dargestellt ist und viel Historisches sonst für immer verloren wäre: • Auf fast 100 Seiten liefert Schalow eine so gut wie vollständige Bibliographie der brandenburgischen ornithologischen Literatur mit 823 Nachweisen aus der Zeit von 1645 bis 1919. • In dem Abschnitt „Geschichtliche Notizen" (12 Seiten) werden allgemeine und auch auf einzelne Arten bezogene Schutz- und Jagdverordnungen, Edikte u.ä. auszugsweise wiedergegeben, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen. So erfährt man z.B., dass im Jahre 1610 das Schießen eines Kranichs mit 40 Talern bestraft, wurde während nach einem Edikt aus Berlin von 1722 "...jedem erlaubt seyn soll, Kraniche zu schießen".

• Der Abschnitt "Märkische Sammlungen" (16 Seiten) zählt alle bis 1919 bekannten öffentlichen (insgesamt 15) und privaten (insgesamt 20) Vogelsammlungen auf und gibt deren Entstehungsgeschichte und wesentlichen Inhalt wieder.
• Besonders hervorzuheben in Schalows Werk sind die "Folkloristischen Mitteilungen" (49 Seiten), die sich spannend lesen und weit über das spezifisch-ornithologische Interesse hinausreichen. Hier sind nicht nur die verschiedenen regional üblichen Vogelnamen, einige in wendischer Sprache, festgehalten. Man erfährt auch eine Fülle an volkskundlich bemerkenswerten Sagen, Legenden, Überlieferungen, besonders ausführlich - verständlicherweise - bei den (damals!) häufigen Arten wie Weißstorch, Kuckuck, Wiedehopf, den Schwalbenarten, den Rabenvögeln und den Sperlingen.

Den Abschluss des Werkes bilden auf fast 100 Seiten die Lebensbeschreibungen (in einem Fall eine Autobiographie) von zehn verdienten Ornithologen der Mark Brandenburg, neun davon mit Portrait. (Corax 20, Heft 1, 2005

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